Havanna
Dem Zauber von Havanna kann sich niemand entziehen. Zugegeben, die Menschen besitzen nicht viel. Was sie aber im Überfluss haben, sind Freude und Lebenslust. Wenn die hervorbricht, verwandelt sich die Drei-Millionen-Metropole in die reichste Stadt der Welt.
Viva la Vida!
Wenn die Lebenslust ein Zuhause hat, dann wohnt sie in Havanna. Ganz sicher! Wohl kaum eine andere Metropole der Welt lockt mit so vielen Genüssen wie Kubas Hauptstadt, allen wirtschaftlichen Problemen zum Trotz. Zigarren? Si señor. Rum? Naturalmente. Fiesta? Fiesta! Bunt und schillernd feiern die Menschen das Leben. „Ay, no hay que llorar, que la vida es un carneval“, singt der Salsakönig Isaac Delgado: Ach, man braucht nicht zu weinen, denn das Leben ist ein Karneval.
Ritmo de la Noche
Havanna wird vom Rhythmus getragen. Ob Jung oder Alt, ob Salsa oder Rumba, ob in einer Bar oder spontan auf der Straße – wenn die Habaneros ihrer Lebenslust freien Lauf lassen, schaut die Welt staunend zu.
Salsa, Son & Hemingway
Die Bars Havannas punkten weniger mit luxuriöser Einrichtung oder einer großen Auswahl exotischer Drinks. Müssen sie auch nicht! Denn dafür findet man hier Seele, Leidenschaft und natürlich jede Menge Musik - vorzugsweise Salsa oder Son.
Viva la Vida!
Dem Zauber von Havanna kann sich niemand entziehen. Zugegeben, die Menschen besitzen nicht viel. Was sie aber im Überfluss haben, sind Freude und Lebenslust. Wenn die hervorbricht, verwandelt sich die Drei-Millionen-Metropole in die reichste Stadt der Welt.
Wenn die Lebenslust ein Zuhause hat, dann wohnt sie in Havanna. Ganz sicher. Wohl kaum eine andere Metropole der Welt lockt mit so vielen Genüssen wie Kubas Hauptstadt, allen wirtschaftlichen Problemen zum Trotz. Zigarren? Si señor. Rum? Naturalmente. Fiesta? Fiesta! Bunt und schillernd feiern die Menschen das Leben. „Ay, no hay que llorar, que la vida es un carneval“, singt der Salsakönig Isaac Delgado: Ach, man braucht nicht zu weinen, denn das Leben ist ein Karneval.
Wer die karibische Leichtigkeit des Seins sucht, der hat gute Chancen, sie in Havannas Altstadt zu finden. Auf den Straßen pulsiert das Leben, Tag für Tag inszenieren die Habaneros, die Bürger der Stadt, ein mitreißendes Theaterstück: Frauen im langen Rock flirten mit elegant gekleideten Männern, Kinder in Schuluniformen spielen auf den Straßen, ein Arbeiter mit nacktem Oberkörper pfeift einer Schönen in Hotpants und winzigem Top hinterher. Und fast alle tragen ein Lächeln im Gesicht, sind entspannt, nehmen sich Zeit. Denn das Leben ist jetzt und hier. Und ein Mensch kann entweder grübeln oder genießen – in Havanna entscheidet er sich stets für letzteres.
1982 hat die Unesco die Altstadt von Havanna zum Weltkulturerbe erklärt, als einzigartiges Ensemble kolonialer Architektur. Tropenwetter, Salzwasser und der Zahn der Zeit haben tiefe Spuren an den Fassaden hinterlassen. Doch nach und nach werden die Art Déco- und Jugendstil-Prachtbauten restauriert.
Überall stehen Türen und Fenster der Häuser offen, ungeniert gibt Havanna den Blick frei auf das Leben seiner Menschen: Ein alter Mann wippt im Schaukelstuhl, während er eine Zigarre raucht und weißen Rum trinkt, zwei Mädchen in Ballettkostümen tanzen auf dem Balkon, im Stockwerk drunter verkauft eine Frau hausgemachte Limonade und Mayonnaise-Brötchen. Und über die Uferstraße Malecón gleiten alte Straßenkreuzer: Vorbei an Liebespaaren, die Händchen halten, sich küssen – und warten, dass die Sonne untergeht.
Ritmo de la Noche
Havanna wird vom Rhythmus getragen. Ob Jung oder Alt, ob Salsa oder Rumba, ob in einer Bar oder spontan auf der Straße – wenn die Habaneros ihrer Lebenslust freien Lauf lassen, schaut die Welt staunend zu. Und spätestens wenn die Sonne untergeht, wird der Rhythmus der Stadt auch dich packen.
Die Nacht in Havanna schmeckt nach Rum, riecht nach Zigarre und klingt wie Son, Salsa, Cha-Cha-Cha. Musik dringt aus Wohnzimmern, Hinterhöfen und vorbeifahrenden Autos. Am Strand von Habana del Este spielen Salsa-Bands ihre Lieder, abends klingt Live-Musik aus den Bars und Kneipen der Einkaufsstraße Calle Obispo. Rund 12.000 Profimusiker ziehen in Kuba von Auftritt zu Auftritt. Ihre Lieder erzählen von Liebe und Leid, Verlusten und Hoffnungen, von der Schönheit des Lebens. Und jeder Tanz lockt mit der Versuchung, sich noch ein bisschen näher zu kommen.
Zu den angesagtesten Adressen der Stadt gehört das Cabaret Tropicana (Línea de Ferrocarril, Ecke Calle 72). Das muss man gesehen haben: Zwei Stunden Gesang, Tanz und Akrobatik der Extraklasse, unter freiem Himmel in einer lauen Tropennacht. In der Casa de la Música, dem Tempel kubanischer Musik, treten die großen Stars der Insel auf. Jeder tanzt, junge Paare drehen sich zu heißen Rhythmen, die Mädchen tragen die kürzesten Röcke Havannas und kreisen vor der Bühne die Hüften (Calle 20, Ecke Calle 35).
50er-Jahre-Ambiente, besessene Tänzer, Musiker mit aufgedruckten Einstecktüchern: Der Salón Rosado de la Tropical ist eine Institution. Hier trifft sich Jung und Alt zum Tanz unter freiem Himmel (Calle 41, Ecke Calle 46). Die Bands spielen Salsa, Son oder Rap und bei Konzerten kubanischer Gruppen wie Los Van Van oder Charanga Habanera kocht die offene Arena. Im La Zorra y el Cuervo hingegen dreht sich alles um Jazz. Jeden letzten Freitag des Monats tritt in dem Keller der Pianist und dreifache Grammy-Gewinner Cucho Valdés auf (Calle 23 Nr. 155).
Die junge Szene trifft sich vor allem in den Nightclubs Havannas und feiert, als gebe es kein Morgen mehr, etwa im wilden El Túnel (Patrocinio esq. Saco), dem noch wilderen Atelier (Calle 17, Ecke Calle 6) oder in der Freiluftdisko Terraza 1830 (Malecón, Ecke Calle 20). Wenn du auf Rap stehst, dann bist du im La Pampa richtig (Malecón, Ecke Vapor). Auch hier wird getanzt, bis die Sonne aufgeht.
Salsa, Son & Hemingway
Die Bars Havannas punkten weniger mit luxuriöser Einrichtung oder einer großen Auswahl exotischer Drinks. Müssen sie auch nicht! Denn dafür findet man hier Seele, Leidenschaft und natürlich jede Menge Musik – vorzugsweise Salsa oder Son, die beiden beliebtesten Musikstile Kubas.
In den Bars von Havanna machen die Menschen ihre großen Eroberungen, hängen ihren glanzvollen Träumen nach, offenbaren ihre tiefsten Geheimnisse. Hier treffen sich die Habaneros, reden über Gott und die Welt, feiern, tanzen, trinken. Wer hinter der Theke arbeitet, kann sich in Sekunden vom Philosophen zum Seelsorger, vom väterlichen Freund zum Pfarrer, vom Kumpel zum Arzt verwandeln. Wer davor sitzt, zeigt seine Seele.
Havannas Bars zogen auch Ernest Hemingway magisch an. Lange Zeit lebte der amerikanische Schriftsteller in Havanna, schrieb große Romane wie „Der alte Mann und das Meer“ und genoss das Leben in vollen Zügen. In der winzigen Bodeguita del Medio (Calle Empedrado 207) trank Hemingway einst seinen Mojito. Noch heute hängen an den Wänden Fotos von Hemingway, der dem kubanischen Staatschef Fidel Castro die Hand schüttelt und Lobeshymnen berühmter Gäste, zum Beispiel von Brigitte Bardot.
Für den Daiquiri wechselte Hemingway ins Floridita (Obispo 557, www.floridita-cuba.com), hier war der trinkfeste Nobelpreisträger ebenfalls Stammgast. Einen Daiquiri schlürfen und dabei auf das riesige Che-Guevara-Porträt an der Plaza de la Revolución schauen – dieses seltene Vergnügen hat man in der Piano-Bar Delirio Habanero im Teatro Nacional (Paseo, Ecke Calle 39). Die Piano-Bar Maragato im Hotel Florida ist vor allem bei Einheimischen beliebt. Besondere Kennzeichen? Unaufgeregtes Design, koloniales Flair, entspannte Atmosphäre (Obispo, Ecke Calle Cuba).
Schauspieler, Schriftsteller und Künstler zieht es in die Bar El Hurón Azul (Calle 17, Ecke Calle H), in der neben Konzerten auch wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Auf der Terrasse schmecken die Drinks am besten. Familiär geht es auch in der Opus Bar im Teatro Amadeo Roldán zu, die modern und stilvoll eingerichtet ist – große Fenster, tolle Aussichten (Calzada, Ecke Calle D). Eine der schönsten Bars findest du in der Altstadt. Wer im El Patio einen Drink trinkt und dabei auf die Kathedrale blickt, wird Havanna nie vergessen (Calle San Ignacio 54, Ecke Calle Empedrado).
Floridita (Obispo 557)