WIEN
Gegen Vergänglichkeit scheint Wien resistent zu sein: Denn auch wenn die Moden kommen und gehen – der Glanz Wiens bleibt. Gleichzeitig hat sich die Stadt jedoch zu einer modernen Metropole entwickelt und Ihre Bewohner gehen selbstbewusst und weltgewandt mit der neuen Rolle um.
Küss die Hand gnä’ Frau!
Wie nähert man sich dieser Legende? Allein der Name löst eine wahre Bilderflut aus. Wien – das sind die Fiaker in den Straßen und der dritte Mann in der Kanalisation. Das sind Burgtheater, Josefplatz, die prächtigen Paläste der Habsburger. Das sind Heurige und Riesenrad, Kaffeehäuser und Küss-die-Hand-gnä’-Frau-Charmeure der alten Schule.
Gut aufgelegt
Es ist noch nicht lange her, da lag Wiens Nachtleben in einem tiefen, festen Schlaf. Doch dann kamen die DJs Kruder & Dorfmeister und küssten die Szene wach. Heute ist die Clubkultur dieser Stadt so vielseitig wie ihre Menschen.
Wir können auch anders!
Kaffeehäuser? Schön und gut. Nachts verlagert sich das Leben jedoch in die Bars der Stadt. Egal ob klassisch oder modern, Club-Ambiente oder kühles Design, Nussbaum und Leder oder Stahl und Glas – die Drinks sind überall: einfach berauschend.
Küss die Hand gnä’ Frau!
Gegen Vergänglichkeit scheint Wien resistent zu sein: Denn auch wenn die Moden kommen und gehen – der Glanz Wiens bleibt. Gleichzeitig hat sich die Stadt jedoch zu einer modernen Metropole entwickelt und Ihre Bewohner gehen selbstbewusst und weltgewandt mit der neuen Rolle um.
Wie nähert man sich dieser Legende? Allein der Name löst eine wahre Bilderflut aus. Wien – das sind die Fiaker in den Straßen und der dritte Mann in der Kanalisation. Das sind Burgtheater, Josefplatz, die prächtigen Paläste der Habsburger. Das sind Heurige und Riesenrad, Kaffeehäuser und Küss-die-Hand-gnä’-Frau-Charmeure der alten Schule.
Wer sich jedoch ins pralle Leben stürzen will und sich durch die Stadt treiben lässt, wie zum Beispiel durch das kunstvolle Museumsquartier, zum Stephansdom oder zur Hofburg, wird bald merken: In Wien sind die schönsten Klischees wahr. Dennoch hat sich die Stadt zu einer kosmopolitischen Metropole im Herzen Europas gewandelt: Die Wirtschaft floriert und die Menschen genießen das Leben in vollen Zügen. Tagsüber zieht es sie nach draußen, auf die Straßen und Plätze der Stadt; junge Paare sitzen auf den Wiesen im Prater oder am Donauufer und halten Händchen. Und während früher nur ein paar Clubs bis nach Mitternacht geöffnet waren, feiert Wien heute vielerorts bis in den Morgengrauen.
Inzwischen haben Architektur-Avantgardisten wie Coop Himmelb(l)au und Zaha Hadid das Gesicht der Stadt einer Verjüngungskur unterzogen. Ob das Foyer der Kunsthalle oder die Donau-City-Kirche, Millennium Tower oder Hauptbücherei – überall begegnet einem eine aufregende zeitgenössische Architektur, die nach neuem Glanz strebt und sich doch bestens mit dem Alten verträgt.
Aber wer die Seele der Stadt kennen lernen möchte, der muss eines der 900 Kaffeehäuser besuchen, etwa das Landtmann (Dr.-Karl-Luger-Ring 4, www.landtmann.at), oder das Hawelka (Dorotheergasse 6, www.hawelka.at). Denn Wien und Café gehören zusammen wie Sacher und Torte. Und spätestens hier begreift man: Den Unterschied zwischen Coffeeshop und Kaffeehaus, Servicekraft und Ober, double skinny dolce latte decaff with a shot of caramel syrup und Wiener Melange. Und den Grund, warum die Stadt einfach unwiderstehlich ist.
Gut aufgelegt
Es ist noch nicht lange her, da lag Wiens Nachtleben in einem tiefen, festen Schlaf. Doch dann kamen die DJs Kruder & Dorfmeister und küssten die Szene wach. Heute ist die Clubkultur dieser Stadt so vielseitig wie ihre Menschen.
Volksgarten, Wien
Ihre ersten Gehversuche unternahmen Peter Kruder und Richard Dorfmeister Anfang der 90er Jahre im Volksgarten. In der vor kurzem renovierten Clubdiskothek logiert jede Woche der glamouröse Garden Club, in dem sich unter anderem Models, Starlets und VIPs tummeln (Burgring 1, www.volksgarten.at).
Der von den beiden DJs geprägte Wiener Sound ist auch heute noch in vielen Clubs zu hören, zum Beispiel im Flex. In einem stillgelegten U-Bahn-Schacht tanzt ein junges, partywilliges Publikum zur Musik lokaler und internationaler Größen (Schottenring, Donaukanal, www.flex.at). Etwas älter und schicker sind die Gäste im Passage. Der unterirdische Club lockt mit House und Dancefloor (Burgring/Babenbergstr., www.sunshine.at).
n den vergangenen Jahren hat sich in Wien das so genannte Sitzclubbing etabliert: In kleinen, oft provisorisch eingerichteten Bars triffst Du dich mit Freunden, trinkst ein Seiterl (kleines Bier), ein Krügerl (großes Bier) oder auch einen Longdrink, lauschst der Musik und redest über Gott und die Welt – im Sitzen, versteht sich.
Besonders viele Sitzclubs findest Du in den denkmalgeschützten Stadtbahnbögen am Gürtel, etwa das Rhiz (Lerchenfelder Gürtelbogen 37/38, www.rhiz.org) und das Chelsea, das älteste der Gürtellokale (Lerchenfelder Gürtelbogen 29-32, www.chelsea.co.at).
Zu den beliebtesten Clubs rund um die Einkaufsmeile Mariahilfer Straße zählt das Café Jenseits. In dem ehemaligen Bordell kannst du je nach Wochentag zu Schlager, Soul und Easy Listening tanzen (Nelkengasse 3).
Wenn du dich ins Wiener Nachtleben stürzt, solltest Du auch im Viertel rund um den Schwedenplatz vorbeischauen. Das so genannte Bermudadreieck verwandelt sich am Wochenende in eine einzige Partymeile. Besonders wild abfeiern kannst Du im jüngst wiedereröffneten U4. Der Discokeller war bereits legendär, als das Nachtleben der Stadt noch tief und fest schlief. Nicht zuletzt deshalb halten die Wiener dem Club die Treue (Schönbrunner Straße 222, www.u-4.at).
Volksgarten, Wien
Wir können auch anders!
Kaffeehäuser? Schön und gut. Nachts verlagert sich das Leben jedoch in die Bars der Stadt. Egal ob klassisch oder modern, Club-Ambiente oder kühles Design, Nussbaum und Leder oder Stahl und Glas – die Drinks sind überall: einfach berauschend.
Zugegeben, die Shambala Bar des Le Méridien wirkt auf manche etwa so gemütlich wie ein Kühlschrank, was nicht zuletzt an der blauen Beleuchtung und dem steinigen Boden liegt. Andererseits sind die weißen Lichtwürfel, die Innenarchitektin Yvonne Golds in die Stehtische integriert hat, echte Hingucker (Opernring 13).
Bedeutend wärmer gibt sich das Fabios: Braune Ledersofas, amerikanischer Nussbaumboden und ein langer Tresen mitten im Raum locken vor allem das junge, elegante Wien.
Die Architekten Armin Ebner und Markus Spiegelfeld haben die Bar gestaltet, die 2003 eröffnet wurde. Neben den Cocktails und der dezenten Beleuchtung schätzen die Gäste die große Auswahl österreichischer und italienischer Weine (Tuchlauben 6, www.fabios.at).
Teakholzböden und riesige Fenster, orientalische Teetische und weiße Sofas – in der Onyx Bar des Do & Co Hotels mischen sich modernes Design und ein Hauch von Orient. Bei House- und Club-Beats, Snacks und Cocktails entspannt sich ein eher junges Publikum und genießt den grandiosen Blick auf den Stephansdom (Stephansplatz 12, www.doco.com).
Planter's Club, Wien
Du magst es gern nostalgisch? Dann schau mal im Planter’s Club vorbei. Du öffnest die Tür – und befindest dich in der Kolonialzeit. Die ehemaligen Räume eines Textillagers schmücken mehr als 100 Jahre alte Möbel aus Sri Lanka. Hier hast du die Wahl zwischen 1600 Destillaten, darunter Whiskys aus den 30er Jahren und einer Rumrarität, Jahrgang 1885. Promis aus aller Welt wissen das zu schätzen, unter anderem Harrison Ford und Cameron Diaz waren schon mal hier (Zelinkagasse 4, www.plantersclub.com).
Auch die Loos American Bar nimmt dich mit auf eine Zeitreise, 1908 wurde sie von Adolf Loos entworfen. Der Architekt und Künstler bevorzugte klare Linien und natürliche Materialien wie Holz und Marmor. Spiegel lassen den kleinen Raum mit dem langen Tresen größer erscheinen. Dank der vielen geschüttelten Martini-Variationen würde sich hier auch James Bond wohl fühlen (Kärntner Durchgang 10, www.loosbar.at).